KARFREITAG 2026
Kar- und Ostertage – Kurs zu „Der Exodus des NOACH“ –
Im Bildungshaus Kloster Salmünster
In diesen Tagen wurde für uns Kursteilnehmer/innen ein Wort ganz wichtig: Das Wort heißt: „Arche“. Wir wissen, dass mit ARCHE eine Art „Kasten“ gemeint ist. Ein Kasten, der ein „Kästchen“ sein kann – welches ebenso ARCHE genannt wird – in dem das Baby „Moses“ auf dem Nil treibt. Aber auch eine ARCHE von der Größe eines damaligen Tempelgebäudes (L300 - B 50 - H 30 Ellen), in dem angeblich 8 Personen und die gesamte Lebenswelt der Tiere Platz hatten.
Eine „ARCHE“ ist trotz sehr verschiedener Größenangaben auf alle Fälle ein lebensrettendes Gebilde, das sowohl ein einzelnes Kind als auch sozusagen “die ganze Welt“ vor dem Untergang rettet.Bei genauer Betrachtung wird mit „ARCHE“ auch das geschriebene WORT bezeichnet: und zwar die schriftlichen Worte der hebräischen Thora-Rolle als „ARCHE“, deren Inhalt nach dem Glauben Israels die ganze Welt, bewahrt trägt und rettet.
Das Wort „ARCHE“ hat für uns somit zwei Seiten: 1. Eine Art bildhafte Außenseite: den Kasten, bzw. die Pergament-Thora-Rolle mit den sichtbar geschrieben Buchstaben – und 2. eine Innenseite: nämlich eine darin enthaltene Botschaft von Gott, die den Menschen anspricht und durch Gottes Wort bewahrt, trägt und die ganze Welt rettet. Gott will, dass wir nicht untergehen. Gott will, dass wir leben!
Es ist eine Botschaft der Gnade, die Gott mit dieser Geschichte aussendet. „Gnade“ ist: ICH SCHENKE DIR MEIN BEI–DIR–SEIN,bedingungslos und unwiderruflich! Das erfährt NOACH, dessen Name bedeutet: der in Gott Ruhende. Noach steht für jede und jeden von uns.
Gerade haben wir in der Passionserzählung des Johannes von Jesus gehört, der – trotz Untergangserfahrung – in Gott ruht. Johannes schildert einen Jesus, der in der Erfahrung des Untergangs – im schrecklichen Kreuzestod – sagen kann: „Es ist vollbracht!“ … und nicht: „Es ist aus!“
„Es ist vollbracht!“ … bedeutet bei Jesus nicht: „Jetzt habe ich es hinter mir. Jetzt ist das Leid überstanden.“ „Es ist vollbracht!“ bedeutet: „Jetzt habe ich Gott und Tod untrennbar miteinander verbunden“. Jetzt gehört die Todeserfahrung – der Tod – zum ewigen Leben Gottes. Ein absolut „unmöglich“ erscheinender Gedanke: Gott und Tod eine Einheit?
Ist Gott nicht das absolut tot–lose Leben? Genauso „unmöglich“ wie der Gedanke: Gott akzeptiere den sündigen Menschen? Gott und Tod – absoluter Widerspruch in sich! Gott und Sünder: „Unmöglich!“ „Auferstehung mit Wunden?“ Bis zum Schluss ist Jesus „der Denker der unmöglichen Akzeptanz. Jesus verbindet Gottes Liebe mit dem Sünder, dem Verlorenen, dem Verfluchten, der ER ist. Und jetzt vollbringt er auch noch die Verbindung von Gott und Tod und macht daraus eine Einheit.
Jesus sagt: „Ich bin dazu geboren und dazu in die Welt gekommen, dass ich für die Wahrheit Zeugnis ablege.“ Jesus ist der ICH BIN der, welcher ALLE und ALLES mit Gott verbindet – auch das, was IHR von Gott abtrennt. Denn die Wahrheit ist, dass Gott sich von nichts und niemand distanziert oder trennt. Gott ist in allem der ICH MIT DIR. Das ist die Wahrheit für die Jesus Zeugnis ablegt, für die er sein Leben hingibt.
Pilatus fragt: Was ist Wahrheit? … und tut so, als gäbe es darauf keine Antwort. Seine Frage zeigt nur, dass er keine Antwort auf die von ihm selbst gestellte Frage geben kann, dass er die Wahrheit nicht kennt. Jesus aber weiß um die Antwort. Jesus weiß um die Wahrheit: „ALLE und ALLES gehört mit Gott zusammen!“ Die Wahrheit ist für Jesus selbst: „Gott und ich“ – WIR gehören auf ewig zusammen. Gott und ich (von der Welt) „Verfluchter“ gehören zusammen. Darum kann Jesus bei seiner Festnahme auch gerade heraussagen: ICH BIN ES!
ICH BIN ES – können nur Menschen sagen, die absolut sicher sind, dass sie in der Wahrheit Gottes sind. In der Wahrheit zu sein, bedeutet für Jesus: Hinter mir steht Gottes ICH BIN BEI DIR.
Diese Wahrheit zu leben und selbst den eigenen Tod und Untergang mit Gottes ICH BIN BEI DIR zu verbinden: das ist dieses „Es ist vollbracht!“
Dieses letzte Wort Jesu als Mensch soll bewirken, dass wir über unsere eigenen Vorstellungen von Wahrheit nachdenken.
Ist dieses „Es ist vollbracht!“ ein Wort, welches nur Jesus sprechen kann? Oder wissen wir durch ihn auch um unsere Wahrheit, die uns sagen lässt: Es ist vollbracht!?
Kann ich sagen: „Ich verbinde meinen Tod, meinen Untergang meine Angst um mich, meine Leid, meinen Tod mit Gott.“??? Dann hätten wir es vollbracht, ausnahmslos alles im Leben und im Sterben mit Gott zu verbinden. Dann sind wir in der ARCHE, die uns trägt.
Achtung! Es ist nicht gefragt, ob ich das so kann wie Jesus. Es ist danach gefragt, ob ich diese Wahrheit Gottes gedanklich zulasse, damit sich aus meinem Denken überhaupt eine neue Lebenseinstellung entwickeln kann.
Ferdinand Rauch / www.rauch-signale.de